C wie CMS – Ist WordPress das richtige für mich?

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Schaut man sich Statistiken an, dann laufen laut w3techs.com in 2016, ca. 27,1% aller Websites mit dem CMS WordPress, Tendenz steigend. Gefolgt von Joomla (3,4%), Drupal (2,2%) und etwas weiter hinten Typo3 (mit 0,7%). Rund 53,4% der Websites nutzen noch kein CMS.

Was ist WordPress?

WordPress ist ein Content Management System (Open-Source-Lösung), auf deutsch: ein Redaktionssystem.

Es bietet dem Webseiten-Inhaber die Möglichkeit sämtliche Inhalte wie Text, Bild, Video, Audio, Navigation uvam. selbst zu pflegen und zu verwalten, ohne HTML / CSS Programmierkenntnisse oder Unterstützung von Dritten zu benötigen.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten wie man mit WordPress zu einer eigenen Webseite kommt:

1. WordPress.com

WordPress.com bietet jedem die Möglichkeit sich auf deren hauseigenen Plattform kostenlos zu registrieren, einen Blog einzurichten und direkt mit dem schreiben/bloggen anzufangen.

Vorteil: Man muss sich nicht ums Hosting, um Updates oder Sicherheit kümmern. Innerhalb der Plattform erreicht man relativ schnell eine recht passable Anzahl an Followern und Gleichgesinnten.

Nachteil: Es gibt nur eine beschränkte Anzahl an Design- und Einstellungsmöglichkeiten. Werbung ist nicht erlaubt und in der freien Version muss man mit einer Subdomain leben wie z.B. tolleseite.wordpress.com

2. WordPress.org

Unter WordPress.org kann man sich die WordPress Dateien zur Installation runterladen und auf seinem eigenen Webserver installieren und einrichten.

Vorteil: Eigene Domain, uneingeschränkter Einsatz von Themes und Erweiterungen (Plugins). Man kann Werbung schalten und tun und lassen was man möchte. Es gibt so gut wie keine Grenzen.

Nachteil: Tatsächlich ist man hier auch für alles selbst verantwortlich. Für Updates, Sicherheit, Funktionsfähigkeit und Verbreitung.

Warum ist WordPress so beliebt?

WordPress selbst ist kostenlos

Jeder kann sich kostenfrei bei WordPress.com anmelden oder sich WordPress bei WordPress.org runterladen. Bei letzterem fallen dann allerdings mindestens die Hosting Gebühren für den eigenen Webspace an auf dem WordPress und die eigenen Website später laufen soll.

WordPress lässt sich schnell installieren

Will man seine WordPress Website auf einem eigenen Webserver selber betreiben (Selfhosting) dann braucht man lediglich einen Webspace bei einem Provider (z.B. all-inkl., hosteurope oä.), eine MySQL Datenbank, PHP 5.6 (und höher) und einen FTP-Zugang zum Webserver.
Hat man alles zur Hand, lässt sich WordPress innerhalb von 5 Minuten installieren.

WordPress hat eine große Community

Sprich, nicht nur dass man zu jeder WordPress Frage im Internet, inzwischen auch eine Lösung findet. Es gibt eine unendliche Zahl an Dienstleistern die sich auf WordPress spezialisiert haben. So dass es kaum ein Problem gibt jemanden zu finden der die Betreuung übernimmt oder kurzfristig Erste-Hilfe leistet.

Einfache Bedienung

Wer bereits etwas Erfahrung mit WORD hat, der wird sich in der Bearbeitung von Beiträgen und Seiten, innerhalb WordPress, schnell zurecht finden.

Was sagte einmal ein Kollege: „Wenn man es nicht besser wüsste möchte man meinen WordPress wäre von Apple programmiert worden“.

Natürlich hat WordPress erst einmal eine fremde Oberfläche und man braucht eine Weile bis man weiß wo man hin klicken muss. Aber wer regelmäßig dran bleibt, wird schnell feststellen dass es gar nicht so schwer ist einen Text zu verlinken, ein Bild hinzuzufügen oder die Navigation zu verändern.

Große Anzahl an fertigen WordPress Themes

Diese „Themes“ sind fertig programmierte Webdesigns, mit vorgefertigten Design-Vorgaben und Funktionen, die man sich für ca. 0 – 79$ runterladen, installieren und einrichten kann. Bei den kostenfreien Themes würde ich darauf achten dass sie von einer sicheren Quelle wie z.B. WordPress.org stammen. (Wer seine Website kostenfrei bei WordPress.com laufen hat kann sich keine kostenpflichtigen „Premium“-Themes installieren.)

Allerdings, und da spreche ich aus Erfahrung, lohnt es sich die paar Dollar für ein „Premium“-Theme zu investieren. Sie bieten meist mehr Möglichkeiten, das vorgefertigte Design, seinen persönlichen Ansprüchen, anzupassen.

Generell gilt bei der Auswahl eines Themes:

  • Ist das Theme responsive? Passt es sich den mobilen Endgeräten automatisch an?
  • Ist das Theme mit der aktuellen WordPress Version (aktuell 4.8.x) kompatibel?
  • Wann wurde das letzte Theme Update durchgeführt?

Mit Plugins unendlich erweiterbar

Plugins sind Module oder Erweiterungen die man sich innerhalb WordPress (.org) installieren kann. Von kostenfreien bis kostenpflichtigen Plugins ist alles dabei was die eigene selbstgehostete Website um weitere Funktionen bereichert.

Meine persönlichen Plugin Empfehlungen sind:

Alle anderen Plugins sollten nur installiert werden wenn wirklich benötigt. Denn jedes Plugin will gepflegt werden. Und jedes weitere Plugin verbraucht Performance. Habt ihr ein Plugin installiert und aktiviert, und stellt fest dass ihr es doch nicht braucht, dann deaktiviert es nicht nur, sondern löscht es komplett. Haltet Euer WordPress sauber.

WordPress Schwachstellen & Grenzen

Durch die weite Verbreitung von WordPress als Open-Source-Lösung und vollwertiges Redaktionssystem (CMS), darf nicht verschwiegen werden dass die Zahl der (Hacker-)Angriffe, auf WordPressbetriebene Webseiten, stetig zunimmt.

Zum Glück ist die Community, die auf der hellen Seite steht, so groß, dass Sicherheitslücken in WordPress, Themes und Plugins, relativ schnell erkannt und meist auch zeitnah per neuer Version, behoben werden.

Weitergedacht bedeutet das natürlich auch für jeden Webseiten Betreiber selbst, dass er darauf zu achten hat dass er sich einen verlässlichen und erreichbaren Provider als Partner sucht und seine WordPress Seite durch regelmäßige Backups und Updates, sowie durch ein Sicherheits-Plugin, vor diesen Angriffen, bewahrt.

Wo kommt WordPress an seine Grenzen?

Sobald die

  • Aufgaben-/Rollen-Verteilung komplexer wird,
  • mit Dokumenten-Verwaltungen gearbeitet werden muss,
  • eine umfangreiche Mehrsprachigkeit mit vielen Domain-Weiterleitungen oder
  • ein großer Online-Shop mit Warenwirtschafts-System usw. gefordert wird,

sollte man sich nach maßgeschneidertere CMS – Lösungen umschauen, die den Anforderungen besser entsprechen.

Hier kann man auch mit WordPress irgendwann an seine Grenzen stoßen.

Für wen ist das CMS WordPress geeignet?

WordPress ist ein Redaktionssystem für Jedermann. Es ist sowohl

  • für private Blogger als auch
  • für KMU geeignet.
  • Für Freiberufler und
  • Selbständige und selbst
  • für größere Unternehmen mit einem Unternehmens-Blog,

würde ich sagen, kann WordPress gut eingesetzt werden.

Es kommt immer darauf an was das Redaktionssystem leisten können soll, welche Anforderungen man an die Bedienbarkeit hat, welche Voraussetzungen man selber mitbringt. Und zu guter Letzt natürlich auch welches Ziel man mit der Seite überhaupt verfolgen möchte.

Ich hoffe ich konnte etwas Licht auf die Frage bringen ob WordPress (und wenn WordPress, welches) für Euch das Richtige ist.

Fotocredit: By WordPress (http://wordpress.org/about/logos/) [GPL (http://www.gnu.org/licenses/gpl.html)], via Wikimedia Commons

Veröffentlicht von: Marjeta Prah-Moses

Seit 2009 selbständig, ist Wordpress nun seit über sieben Jahren meine Leidenschaft. Von Entrepreneure, über Grafiker, bis zu den kleinen, mittelständischen Unternehmen, unterstütze ich alle die sich auf den Weg zur eigenen Website machen.

4 Comments

  1. Hallo liebe Marjeta,

    ich finde es toll wie Du deinen Homepagebesuchern die Frage beantwortest ob WordPress das ideale Redaktions- bzw. Contentmanagementsystem ist. Ich selber bin auch leidenschaftlicher WordPressler. Auch all unsere Kunden finden WordPress spitze. Ganz besonders toll finde ich Deine Auflistung der Plug-Ins. Grundsätzlich ist die Statistik für die WordPressanteile CMS Anteile richtig allerdings muss man da auch ehrlicherweise zugeben, dass die wenigsten Unternehmen WordPress einsetzen weil hier WordPress auch Nachteile hat.

  2. Hallo,

    Ihren Beitrag habe ich mit Freude gelesen, da er sehr gut verständlich formuliert ist. Besonders die Grundlagen sind es oft, die vermittelt werden müssen.

    Als Mitbewerber (ich erstelle und gestalte ebenfalls sehr gern mit dem WordPress-System) freut es mich sehr, wenn klare Worte gefunden werden. Fachbegriffe, denglische „Vokabeln“ oder gar das absichtlichte Benutzen von Fremdwörtern hilft nie.

    Sehr gut fand ich auch Ihre Beschreibung der Grenzen, die WordPress hat. Auch wenn man WordPress mit allerlei Plugins aufwerten und im Funktionsumfang erweitern kann, ist es ab einem bestimmten Umfang richtig, dann auf ein Joomla, Shopsystem, Typo3 oder was auch immer zu setzen.

    Zu den Plugins möchte ich anmerken, dass Yoast (Premium) ein wunderbares System ist, wenn man mit seinen Texten eben auch bei Google und Co. gute Platzierungen erreichen möchte.

    Winterlichen Gruß aus dem schönen Ostholstein :)

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