Wieviel eigene Authentizität im Netz tut gut?

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Lesezeit: 5 Minuten, 37 Sekunden

Alles fing damit an dass mein Mann mit der Rückmeldung nach Hause kam, Freunde von ihm würden bemerken dass ich seit längerer Zeit recht wenig privates in Facebook veröffentliche.

Ach, die lesen mit? Nie ein Like, selten mal ein Kommentar. Spannend. Und ich weiß dass es einige gibt die nur mitlesen und sich nie zeigen.

Und dann wundert man sich dass die (jungen) Leute abwandern und nach anderen Möglichkeiten suchen wo sie unter sich sein können, ohne „unter Beobachtung“ zu stehen?

Es gibt so viel mehr

Ja, es stimmt. Je mehr „Freunde“ ich habe desto weniger schreibe ich auf Facebook. Das heißt allerdings nicht dass ich nicht sozial und digital aktiv bin. 😊 Ich suche mir eben auch meine Nischen-Plattformen in denen ich meinen Vorlieben unter Meinesgleichen, frönen kann. Z.B. auf Instagram um meine Fotos zu zeigen und anderen mein Herz zu schenken oder in den Facebook Gruppen, ganz nach Lust und Laune, mal ganz geheim privat, mal fachlich zu WordPress.

Und wenn ich dann doch mal was in Facebook auf meinem privaten Profil poste, dann überlege ich mir ganz genau was für einen Nutzen mein Posting für die anderen und für mich hat. Ich poste per se nicht den Namen meiner Familienangehörigen oder Fotos auf denen man diese erkennen kann. Ich poste Allgemeines, beliebig Austauschbares und meist Dinge die zur Diskussion anregen sollen. Springe nicht auf jeden „Bitte teile mich“-Zug auf. Like gerne interessanten und guten Content, höre mir gerne die Meinung der anderen an.

Es fällt mir nicht schwer mich in diesen unterschiedlichen digitalen Medien zu bewegen. Ich plappere gerne, tanze gerne auf mehreren Hochzeiten. Für mich ist es ein Spielplatz für Erwachsene. Ich probiere gerne Neues aus, bin neugierig was neue Social Media Plattformen zu bieten haben und probiere und teste alles aus um zu sehen für welche Zwecke ich sie gebrauchen könnte.

Nicht jede Plattform ist für jeden gleichermaßen geeignet. Aber für jeden gibt es die geeignete Plattform. Und um das beurteilen zu können muss man sie eben erst einmal ausprobieren und verstehen lernen.

Ist es eine Frage der Generationen?

Folgende Bemerkung des Freundes allerdings war dann noch um einiges interessanter: „Ob ich mir denn bewusst wäre welche Rückschlüsse durch meine Postings, auf mein Profil, mein Wesen, meine Person, geschlossen werden könnten?“

Wenn man ganz genau hin schaut und mitliest würde man wissen wie ich auf Stresssituationen reagiere, welchen Humor ich habe, welche Hobbys mich beschäftigen und ob ich meinen Pernot lieber gerührt statt geschüttelt trinke.

Ich gebe zu dass ich im ersten Moment schmunzeln musste und gleichzeitig hat es mich nachdenklich gemacht.

Uns trennen fast 20 Jahre. Während ich als Kind bereits mit einem Computer im Kinderzimmer aufwuchs (Hach, mein geliebter Amiga Commodore 500) und mich so recht früh für Technik und Kommunikation begeistern ließ. Mit Ende 20. eines der ersten Siemens Handys in den Händen hielt, groß, quitsch gelb und einer Antenne oben drauf und seit 7 Jahren mich nun in den sozialen Medien rumtreibe, gibt es viele Menschen da draussen, die ganz analog ihr Leben leben und sich überhaupt nicht vorstellen können überhaupt irgendwas von sich der Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken, preis zu geben.

Für sie ist glaube ich Facebook und Co. weitestgehend ein weltfremdes Universum in dem sich mit viel „Blub“ und „Bla“, Aliens in einer unverständlichen Sprache, ihrer eigenen wertvollen Zeit berauben, ohne etwas Sinnvolles zu Stande zu bringen.

Und wenn sie es doch tun, also etwas veröffentlichen, dann kann man die Unbeholfenheit, sich in diesen digitalen Welten verbal auszutauschen, fast schon körperlich spüren.

Authentizität und/oder Privatsphäre

Wenn ich mich in der Öffentlichkeit zeige, und dabei meine ich die rein virtuelle, gehe ich dann fahrlässig mit meiner Privatsphäre um? Mache ich mich zum gläsernen Menschen? Mache ich mich angreifbar oder bringe ich mich und meine Familie damit sogar in Gefahr?

Oder gehört das virtuelle Leben, die Communities und der Austausch mit meinem Netzwerk nicht inzwischen genauso zu mir, wie meine Wanderungen in die Berge, das Kino gehen mit Freunden und das Netzwerken auf Events? Macht mich das nicht auch irgendwie komplett?

Ist es nicht sogar so dass wenn man, so wie ich, selbständig ist, es fast schon zur Marke „Ich“ gehört sich sowohl geschäftlich z.B. mit der Fanpage, als auch privat zu zeigen? Abgesehen davon dass ich als WordPress Programmiererin auch wissen muss wie Schnittstellen zu den sozialen Medien aussehen können?

Die Grenze zwischen privatem und geschäftlichem verschwimmen bisweilen

Ich bin zu alt für sowas

Es stimmt und um den Tatsachen ins Auge zu schauen: Durch eine Auswertung meiner Profil Daten und meiner Aktivitäten, könnte so einiges angestellt werden. Firmen könnten auf die Idee kommen mir passende Werbung für Wanderausrüstung zu zeigen, Versicherungen könnten mir präventive Entspannungs-Übungen vorschlagen, Katzen-Besitzer könnten mir ihren neuesten Wurf anbieten. Menschen könnten sich an der einen oder anderen Reaktion von mir stören. Evtl. hindert auch das eine oder andere Posting, mich näher kennenlernen zu wollen.

Und doch kann ich nur sagen: Es ist mir egal was andere von mir denken oder meinen aus meinem Profil rauslesen zu können. Da steh ich drüber. Ich schreibe so wie ich bin. Ich verstelle mich nicht, schäme mich für kein einziges meiner Postings. Und Dinge wofür ich mich schämen könnte poste ich nicht. Ganz einfach. Ich stehe zu allem was ich raushaue. Eben ganz authentisch.

Blogparade zu #networkauthenticity– Nun seid ihr dran!

Was versteht ihr unter Authentizität im Netz? Wie geht Euer Umfeld mit Euren Aktivitäten im Netz um? Wieviel von Eurer Person teilt ihr mit der Öffentlichkeit und was lasst ihr lieber sein? Hat sich Eure Art im Netz zu kommunizieren im Laufe der Zeit verändert? Wie bringt ihr privates und geschäftliches unter einen Hut? Das und alles was dazu gehört, interessiert mich sehr!

So geht’s: 
Wer mitmachen möchte, kann bis zum 9. Juni 2016

  • einen Beitrag zu dem Thema auf seinem Blog schreiben,
  • verlinkt seinen Beitrag dann auf diesen meinen Artikel und
  • reicht ihn entweder als Kommentar (siehe unten) oder per Email ein.

Alle teilnehmenden Beiträge werde ich unter diesem Artikel auflisten und die Beiträge auf meiner Fanpage und auf Twitter teilen. Sobald die Blogparade beendet ist schreibe ich noch eine kleine Zusammenfassung.

Achja, und wenn ihr Euren Beitrag teilt wäre es super wenn ihr diesen mit #networkauthenticity ver-Hashtag-gen könntet.

So, und nun los! Ich freue mich auf Eure Beiträge dazu.

Veröffentlicht von: Marjeta Prah-Moses

Seit 2009 selbständig, ist Wordpress nun seit über sieben Jahren meine Leidenschaft. Von Entrepreneure, über Grafiker, bis zu den kleinen, mittelständischen Unternehmen, unterstütze ich alle die sich auf den Weg zur eigenen Website machen.

Categories: Allgemein

2 Comments

    • Hallo Angelika,

      super! Bin gespannt wie Du gesehen wirst und wie Du gerne gesehen werden möchtest :-)

      Viele Grüße & einen schönen Wochenstart
      Marjeta

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